Frage von Lore: Darf ich keine Hilfe erwarten?
Ich lebe seit 3 Jahren mit meinem jetzigen Mann zusammen. Vorher habe ich über 40 Jahre in einer Großstadt gelebt. Ich hatte Freunde, ging meinen Interessen nach, hatte meine kleine Familie (Tochter). Eine Wohnung, die wir nach unseren Vorstellungen eingerichtet hatten. Wir hatten “unsere” Ordnung. Meine Tochter und ich hatten und haben ein prima Verhältnis. Wie Mutter und Tochter und auch wie zwei Freundinnen. Wir waren zusammen auf Konzerten und hatten unseren Spaß.
Der Liebe wegen bin ich ca.. 400 km weiter weg gezogen. In einen Ort, mit ca. 900 Einwohnern. Ich mag die Idylle, aber es ist nicht viel los, wenn man sich mal alleine den Tag vertreiben möchte oder muss.
Mein Mann hat seine alten Bekannten, die ich ebenfalls nett finde, mich gerne mit ihnen umgebe. Aber es sind halt Männer und ich würde auch gerne mal mit einer Frau quatschen.
Wenn einer dieser Bekannten eine Partnerin hat, dann lag sie bisher – trotz meiner Bemühungen – nie auf meiner Wellenlänge. Ich lebe nun im Ruhrgebiet und dann noch auf dem Dorf, wo sich jeder im Dorfgasthof trifft. Nichts gegen Stammtische, Bier trinken etc. Aber das ist nicht meine Welt. Ich möchte auch gerne mal dort etwas trinken gehen, wo man nicht am Tresen sitzen muss. Dort, wo nicht nach 21 Uhr bei einigen die Schotten schliessen, weil sie zuviel Bier getrunken haben.
Mein Mann hat zwei feste Tage in der Woche, wo er zum Skat spielen geht.
Ich habe immer mehr das Gefühl. ich wurde hier in das kalte Wasser geworfen. Motto: Nun bist Du da, fang an zu leben.
Ich habe, und das bestätigt mir mein Mann, lediglich meinen Halbtagsjob, danach den Haushalt und seinen Sohn, der alles andere als einfach ist, wenn mein Mann nach hause kommt, Kaffee trinken, ich fahre einkaufen, koche essen, wir essen und das war es dann. Wir sitzen bei diesem Wetter zwar gemütlich im Garten, aber ich würde wirlich gerne mal etwas anderes sehen. In 3 Jahre waren wir im Höhstfall 10 mal “ausflugsmäÃg” weg.
Mein Mann meinte gestern zu mir, dass er sich – an meiner Stelle schon längst etwas gesucht hätte -. Im Herbst fange ich an zu malen bei der VHS. Wie gesagt, hier ist nichts los. Was soll ich machen? Kühe melken? Wenn ich das sage, unterstellt mir mein Mann, dass ich zurück in meine alte Heimat möchte. Dem ist nicht so. Aber ich möchte auch etwas vom Leben haben und auch mal DInge, die ich mag. Ich selbst bin mit zum Fußball gegangen, habe mich mit in die Kneipe gesetzt und beim knobeln zugeschaut.
Das kann doch nicht alles sein.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir in einer Sackgasse stecken und das hier langsam das Ende ist.
Beste Antwort:
Answer by tissi89
Die Idee mit dem Malkurs ist gut, dort wirst du dann ja auch wieder neue Menschen kennen lernen und dich vll mit ihnen anfreunden und dann geht es schneller als du denkst, dass du Anschluss zu anderen Menschen bekommst.
LG
Wissen Sie es besser? Antworten Sie in den Kommentaren!